Sissy-Geschichte von Dennis Tagebuch – 9. August: Ein Abend, der nach Parfum roch

Fiktionales Tagebuch. Dennis geht mit Clara aus und entdeckt, dass Anziehung am stärksten ist, wenn sie nicht erzwungen wird.
Ich habe das Parfum doch gekauft. Nicht das teure. Ein kleiner Flakon, frisch, ein bisschen blumig, aber nicht süß. Ich habe lange gebraucht, um mir einzugestehen, warum ich es wollte. Nicht für Clara. Nicht nur. Ich wollte einen Duft, der zu dieser Phase passt. Etwas, das sagt: Ich bin noch nicht fertig, aber ich nehme mich wahr.
Freitagabend war die Bar mit Clara. Ich trug eine schwarze Stoffhose, weiße Sneaker und ein ärmelloses Shirt unter einem leichten Hemd. Dazu ganz wenig Kajal. Ich sah in den Spiegel und hatte zum ersten Mal nicht das Gefühl, mich für eine Seite entscheiden zu müssen. Ich war sportlich, schlank, weich, wach, vielleicht sogar ein bisschen schön. Der Gedanke machte mich verlegen.
Clara wartete vor der Bar. Als sie mich umarmte, sagte sie: „Du riechst gut.“ Ich sagte: „Danke, das war finanziell und emotional abgewogen.“ Sie lachte so laut, dass zwei Leute sich umdrehten.
Die Bar war klein, warm und voller Stimmen. Wir saßen nah nebeneinander, weil es kaum Platz gab. Ihre Schulter berührte meine. Früher hätte ich versucht, daraus sofort eine Bedeutung zu machen. Heute ließ ich es einfach da sein. Nähe muss nicht immer sofort bewiesen werden.
Wir sprachen über Wünsche. Clara erzählte, dass sie manchmal Angst habe, zu gewöhnlich zu leben. Studium, Job, Wohnung, Urlaub, irgendwann vielleicht Familie. Alles gut, aber auch vorhersehbar. Ich sagte, ich habe eher Angst, zu besonders wirken zu wollen und dabei das Normale zu verachten. Sie sah mich an und meinte: „Vielleicht ist das Ziel nicht besonders oder normal, sondern lebendig.“
Später tanzten wir. Nicht gut, aber frei genug. Ich spürte meinen Körper anders als auf dem Tennisplatz. Dort ist alles Leistung, Timing, Kontrolle. Beim Tanzen war es mehr Hingabe. Ich dachte nicht an meine Schultern, meine Bewegungen, mein Gesicht. Für ein Lied war ich einfach da. Clara nahm meine Hand, drehte sich, kam wieder näher. Ihre Augen glitzerten im dunklen Licht.
Vor der Bar standen wir lange auf dem Gehweg. Es hatte geregnet, die Straße glänzte. Ich wusste, jetzt könnte ein Kuss passieren. Ich wusste auch, dass ich ihn wollte. Aber ich wollte ihn nicht erzwingen, nicht als Beweis dafür, dass der Abend gelungen war. Clara sah mich an, legte ihre Hand an meine Wange und küsste mich kurz. Sehr kurz. Fast vorsichtig.
Danach lächelte sie und sagte: „Nur damit du nicht wieder alles analysierst.“ Ich musste lachen, weil sie mich leider gut einschätzt. Der zweite Kuss war länger.
Zu Hause konnte ich nicht schlafen. Nicht wegen Drama, sondern wegen Freude. Ich lag da und dachte daran, wie viel Kraft es kostet, sich langsam zu erlauben, glücklich zu sein. Klingt seltsam, aber vielleicht ist Glück für Menschen wie mich nicht einfach ein Zustand. Es ist Training. Man muss lernen, es nicht sofort zu verdächtigen.
Heute, am Sonntag, war ich wieder auf dem Platz. Ich spielte schlecht, aber mit glänzender Laune. Paul fragte, ob ich gewonnen oder mich verliebt hätte. Ich sagte: „Vielleicht beides.“ Er verdrehte die Augen, aber er grinste.
Ich weiß nicht, was aus Clara und mir wird. Aber ich weiß, dass ich am Freitag nicht jemand anderes war, um gemocht zu werden. Ich war mehr ich. Und genau das wurde geküsst.
Fortsetzung folgt. Entdecke bei Kupid AI weitere Geschichten über Dating, Anziehung und persönliche Entfaltung.
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