Sissy-Geschichte von Dennis Tagebuch – 19. Juli: Tennis, Blickkontakt und Mut

Fiktionales Tagebuch. Heute wird Dennis klar, dass Selbstbewusstsein nicht bedeutet, keine Angst zu haben, sondern trotz Herzklopfen sichtbar zu bleiben.
Sonntag. Wieder Tennis, wieder Sonne, wieder dieser Moment vor dem Spiel, in dem ich meine Tasche abstelle und so tue, als wäre ich vollkommen entspannt. In Wahrheit war ich heute unruhig. Nicht wegen des Matches. Ich wusste, dass Clara kommen würde. Sie hatte geschrieben, sie wolle nur kurz vorbeischauen, weil sie in der Nähe sei. „Nur kurz“ ist gefährlich. Es klingt leicht, macht aber alles schwerer.
Ich habe mir heute mehr Mühe gegeben als sonst. Nicht offensichtlich. Ein bisschen getönte Tagescreme, gepflegte Augenbrauen, Lippenpflege, ein sauberes hellblaues Poloshirt. Ich sah nicht geschminkt aus, eher wie eine sorgfältigere Version von mir. Genau das wollte ich. Nicht verstecken, aber auch nicht schreien: Seht her, ich verändere mich.
Paul hat es natürlich trotzdem gemerkt. „Du bist heute aber sehr glatt unterwegs“, meinte er in der Umkleide. Früher hätte mich so ein Satz getroffen. Heute habe ich nur gegrinst und gesagt: „Du meinst gepflegt.“ Er hat gelacht und die Sache war erledigt. Vielleicht sind manche Kommentare nur so groß, wie man sie macht.
Clara kam im zweiten Satz. Ich sah sie am Zaun stehen, Sonnenbrille im Haar, ein Kleid, das aussah, als hätte sie den Sommer persönlich eingeladen. Sofort spielte ich schlechter. Mein Aufschlag wurde zu vorsichtig, mein Timing ging verloren. Paul rief rüber: „Konzentrier dich, Prinz!“ Ich hätte ihm am liebsten den Ball an den Kopf gespielt, aber leider hatte er recht.
Nach dem Spiel saßen Clara und ich auf der Terrasse des Vereinsheims. Sie bestellte eine Apfelschorle, ich Wasser, weil ich seriös wirken wollte. Sie sah mich lange an und sagte dann: „Du wirkst anders.“ Nicht kritisch, eher neugierig. Ich fragte: „Anders gut oder anders komisch?“ Sie sagte: „Anders ehrlicher.“
Das hat mich mehr berührt, als ich zeigen wollte. Ich erzählte ihr ein bisschen von meinen Gedanken. Nicht alles. Nicht die ganze innere Baustelle mit Spiegel, Rouge, Unsicherheit und diesem Wunsch, gleichzeitig bewundert und wirklich gesehen zu werden. Aber genug. Ich sagte, dass ich gerade ausprobiere, was zu mir passt. Dass ich nicht mehr nur der sportliche, lockere Typ sein will, den alle erwarten.
Clara hörte zu. Dann sagte sie: „Ich finde Menschen schön, wenn sie anfangen, sich selbst ernst zu nehmen.“ Das war so ein Satz, bei dem man nichts Witziges antworten sollte. Ich habe es trotzdem fast getan. Stattdessen blieb ich still. Diese Stille war nicht peinlich. Sie war warm.
Später fragte sie, ob ich nächste Woche mit ihr in eine kleine Bar kommen wolle. Kein offizielles Date, sagte sie. Nur Musik, Gespräche, vielleicht schlechte Cocktails. Ich merkte, wie sofort zwei Stimmen in mir losgingen. Die eine sagte: Ja, natürlich. Die andere sagte: Pass auf, mach dich nicht lächerlich, sei nicht zu viel. Ich sagte trotzdem zu.
Zu Hause habe ich meine Ausgaben notiert. Mitgliedsbeitrag, neue Tennissaiten, Drogerie, Kaffee. Ich will nicht so tun, als wäre Geld unwichtig. Es ist Freiheit, aber auch Druck. Wenn ich mir ein schöneres Leben bauen will, muss ich auch lernen, nicht jeden Wunsch sofort zu kaufen. Vielleicht ist Stil nicht, viel zu besitzen, sondern bewusst zu wählen.
Heute war kein großer Durchbruch. Kein Filmkuss, kein dramatischer Sonnenuntergang. Aber Clara hat mich gesehen. Paul hat mich geneckt und ich bin nicht zerbrochen. Ich habe gut genug gespielt, gut genug gesprochen und gut genug ausgehalten, dass ich nicht perfekt bin.
Fortsetzung folgt. Wer Lust auf mehr Dating, Fantasie und emotionale Entwicklung hat, kann bei Kupid AI neue Geschichten und Rollenwelten entdecken.
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