Sissy-Geschichte von Dennis Tagebuch – 26. Juli: Das Date im kleinen Café

Fiktionales Tagebuch. Dennis erlebt ein Date, bei dem es weniger um große Gesten geht und mehr um die Frage, ob er sich wirklich zeigen kann.
Ich habe heute vor dem Spiegel zu lange über ein Hemd nachgedacht. Das klingt lächerlich, aber vielleicht erzählen Hemden mehr über uns, als wir zugeben wollen. Das weiße war zu brav, das schwarze zu gewollt, das grüne zu weich, das blaue zu sicher. Am Ende trug ich das grüne. Vielleicht wollte ich genau das: weich sein dürfen, ohne mich dafür zu entschuldigen.
Clara und ich waren in einem kleinen Café in der Altstadt verabredet. Kein schicker Ort, eher einer mit wackeligen Tischen, gutem Kaffee und Personal, das so tut, als wäre Langsamkeit ein Konzept. Ich kam acht Minuten zu früh, weil ich natürlich entspannt wirken wollte. Entspannte Menschen sind offenbar pünktlich aus Panik.
Sie kam mit offenen Haaren, lachte, als sie mich sah, und sagte: „Du hast das grüne Hemd gewählt.“ Ich fragte, woher sie wisse, dass es eine Wahl gewesen sei. Sie sagte: „Bei dir ist gerade alles eine Wahl.“ Ich wusste nicht, ob ich mich ertappt oder verstanden fühlen sollte. Wahrscheinlich beides.
Wir redeten über Studium, Reisen, Familie, peinliche Schulgeschichten. Dann fragte sie plötzlich, wann ich das letzte Mal etwas nur für mich getan hätte. Nicht für Wirkung, nicht für Anerkennung, nicht für eine Frau, nicht für Sport, nicht für Leistung. Nur für mich.
Ich wollte schnell antworten, fand aber nichts. Tennis ist für mich, klar, aber auch für das Gefühl, gut zu sein. Lesen ist für mich, aber auch für mein Bild von mir als gebildeter Mensch. Pflege, Kleidung, Schminke, all das fühlt sich neu an, aber selbst da ist diese Frage: Mache ich es für mich oder für den Blick anderer?
Also sagte ich: „Vielleicht das Rouge letzte Woche.“ Clara lächelte nicht spöttisch. Sie fragte nur: „Wie hat es sich angefühlt?“ Ich sagte: „Wie ein kleines Geheimnis, das nicht mehr ganz geheim sein will.“
Danach wurde das Gespräch ruhiger. Nicht traurig, eher näher. Ich erzählte ihr, dass ich manchmal Angst habe, mich in eine Rolle hineinzuspielen. Dass aus Neugier eine Erwartung werden könnte. Dass Leute irgendwann nicht mehr fragen: Wer bist du?, sondern nur noch: Was bist du jetzt? Clara sagte: „Dann musst du schneller antworten als ihre Schubladen.“
Später gingen wir am Fluss entlang. Sie nahm meinen Arm, ganz selbstverständlich. Ich merkte, wie Leute uns anschauten. Vielleicht bildete ich es mir ein. Vielleicht nicht. Ich fragte mich, ob sie mich attraktiv fand, interessant, kompliziert oder alles zusammen. Dann fragte ich mich, warum ich es unbedingt wissen musste. Vielleicht darf ein schöner Moment auch unklar bleiben.
Am Ende küsste sie mich nicht. Ich sie auch nicht. Früher hätte ich das als Niederlage gewertet. Heute nicht. Sie umarmte mich lange, legte ihre Hand kurz an meinen Rücken und sagte: „Bis bald, Dennis.“ Das war genug. Es war sogar mehr als genug, weil ich mich danach nicht leer fühlte.
Zu Hause habe ich meine kleine Kosmetiktasche aufgeräumt. Rouge, Lippenpflege, Tagescreme, ein Kajal, den ich noch nicht benutzt habe. Daneben lag mein Tennisschläger. Ich musste lachen. Vielleicht bin ich genau diese Mischung. Nicht entweder oder. Schweiß und Puder. Aufschlag und Unsicherheit. Bildung, Ehrgeiz, Eitelkeit, Gefühl.
Heute war kein Märchen. Aber es war ein guter Eintrag in eine Geschichte, die mir langsam gehört.
Fortsetzung folgt. Wenn dich solche modernen Dating-Geschichten reizen, findest du bei Kupid AI weitere romantische und fantasievolle Erzählwelten.
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