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E-Boy Geschichte Teil 2 Mit 22 war ich plötzlich sichtbar

Ich dachte immer, wenn ich meinen Stil irgendwann gefunden habe, dann würde ich automatisch selbstbewusst werden.

So hatte ich mir das zumindest vorgestellt.

Mit zwölf war da dieser schwarze Hoodie gewesen. Mit fünfzehn der erste schwarze Nagellack. Mit siebzehn der Eyeliner, den ich abends im Bad ausprobierte und sofort wieder wegwischte. Mit achtzehn die neue Stadt, in der niemand mehr wusste, wie ich früher aussah. Und mit zweiundzwanzig stand ich dann tatsächlich vor dem Spiegel und sah aus wie der Typ, den ich damals heimlich auf Pinterest, TikTok und in Anime-Edits bewundert hätte.

Schwarze, leicht messy Haare. Silberne Ketten. Ringe. Dunkler Nagellack. Oversized-Shirt mit einem violetten Print. Schwarze Hose, ein bisschen kaputt an den Knien. Eyeliner, nicht zu viel, aber genug, dass meine Augen dunkler und wacher wirkten. Kopfhörer um den Hals. Handy in der Hand. Blick irgendwo zwischen „Ich bin müde“ und „Ich habe Gefühle, aber ich verpacke sie dekorativ“.

Eigentlich hätte ich zufrieden sein müssen.

Und manchmal war ich das auch.

Aber sichtbar zu sein ist komisch.

Solange man seinen Stil nur im Zimmer ausprobiert, gehört er einem allein. Da gibt es keine Kommentare, keine Blicke, keine fremden Meinungen. Nur Spiegel, Licht, Musik und dieses kleine Kribbeln, wenn etwas endlich passt. Aber sobald man rausgeht, wird aus Stil eine Botschaft, die andere Menschen lesen wollen. Manche lesen sie freundlich. Manche falsch. Manche viel zu laut.

Mit zweiundzwanzig war ich nicht mehr der unsichere Junge, der beim ersten schwarzen Nagel fast gestorben wäre vor Nervosität. Aber ich war auch nicht dieser unantastbare E-Boy aus den Videos, der scheinbar immer perfekt beleuchtet ist und nie peinlich lacht.

Ich war einfach ich.

Und ich musste lernen, dass genau das reicht.

Es begann an einem Freitagabend.

Ich saß in meinem Zimmer, das inzwischen aussah wie ein sehr persönlicher Angriff auf jeden minimalistischen Einrichtungsstil. Links mein Gaming-Setup mit violetter LED-Beleuchtung, Controller, Tastatur, zwei Monitoren und viel zu vielen Kabeln. Rechts ein Regal mit Manga, Kopfhörern, Parfum, Haarwachs, alten Konzerttickets und einer kleinen Schale voller Ringe. An der Wand hingen Polaroids, Anime-Poster und ein paar Fotos von mir aus verschiedenen Phasen: ich mit zwölf, breit grinsend und noch ohne Ahnung; ich mit vierzehn, viel zu ernst; ich mit achtzehn, das erste Mal mit schwarzem Nagellack draußen; und ein aktuelles Foto, auf dem ich so aussah, als hätte ich mich endlich ein bisschen mit mir selbst angefreundet.

Ich wollte eigentlich nur zocken.

Ein ruhiger Abend. Discord an. Energy-Drink auf dem Tisch. Kapuze halb über den Kopf. Meine Lieblingsplaylist im Hintergrund. Alles perfekt.

Dann schrieb Niko.

Niko kannte ich seit ein paar Monaten aus einem Discord-Server. Erst hatten wir nur über Games geschrieben, dann über Musik, dann über Klamotten, dann irgendwann über Dinge, die man nachts schreibt, wenn man eigentlich schlafen sollte und plötzlich ehrlicher ist als geplant.

Er war anders als die meisten Leute online.

Nicht dieses ständige „bro“, nicht dieses übertriebene Coolsein. Er hatte Humor, aber auch Ruhe. Er konnte über die dümmsten Memes lachen und zehn Minuten später fragen, ob ich eigentlich manchmal Angst habe, dass mein Stil nur eine Maske ist.

Diese Frage hatte mich damals komplett erwischt.

Weil ja.

Natürlich hatte ich diese Angst.

Seine Nachricht an diesem Abend war kurz:

„Bist du morgen bei diesem kleinen Indie-Konzert? Ich glaube, da würden sehr viele Leute aussehen wie du. Also auf gute Art.“

Ich starrte auf die Nachricht.

Ein Konzert.

Draußen.

Viele Menschen.

Viele Leute, die vielleicht aussehen wie ich.

Das klang gleichzeitig nach Traum und nach sozialem Endgegner.

Ich schrieb:

„Vielleicht. Weiß noch nicht.“

Das war gelogen. Ich wusste genau, dass ich hinwollte. Ich hatte nur Angst, wirklich hinzugehen.

Niko antwortete:

„Ich bin da. Kein Druck. Aber wenn du kommst, schulde ich dir einen Drink. Alkoholfrei, bevor du mich verklagst.“

Ich musste lachen.

Dann saß ich zehn Minuten da und tat so, als würde ich überlegen, obwohl mein Herz die Entscheidung längst getroffen hatte.

Am nächsten Abend begann die bekannte Zeremonie.

Outfit-Chaos.

Das schwarze Shirt war zu langweilig. Das andere zu auffällig. Die Hose zu eng. Die Jacke zu warm. Die Kette zu viel. Dann wieder zu wenig. Meine Haare machten exakt das Gegenteil von dem, was sie sollten. Ich schminkte den Eyeliner dreimal neu, weil eine Seite immer aussah wie „E-Boy“, die andere wie „Ich habe gerade gegen einen Drucker verloren“.

Irgendwann stand ich vor dem Spiegel und sagte laut:

„Du gehst jetzt einfach.“

Mein Spiegelbild sah nicht überzeugt aus.

Aber ich ging.

Ich trug am Ende ein schwarzes Oversized-Shirt über einem gestreiften Longsleeve, eine schwarze Cargo-Hose, silberne Ketten, zwei Ringe, schwarze Nägel und eine kurze, dunkle Jacke. Meine Haare fielen mir in die Stirn, mein Eyeliner war akzeptabel, und ich roch nach einem Parfum, das ich nur benutze, wenn ich so tun möchte, als hätte ich mein Leben im Griff.

Auf dem Weg zur Location hörte ich Musik über Kopfhörer. Viel zu laut. Nicht, weil ich die Welt ausblenden wollte. Okay, doch, genau deshalb.

Vor dem Club standen schon Leute. Einige mit bunten Haaren, einige komplett in Schwarz, einige mit Boots, Ketten, Make-up, Piercings, Oversized-Jacken. Und plötzlich passierte etwas Seltsames.

Ich fiel nicht auf.

Oder besser gesagt: Ich fiel auf die richtige Art nicht auf.

Ich war nicht der komische Typ mit Nagellack. Ich war einfach einer von vielen, die sich sichtbar gemacht hatten. Als hätte jemand einen Ort gebaut, an dem all die kleinen Versionen von mir, die ich früher versteckt hatte, gleichzeitig atmen durften.

Dann sah ich Niko.

Er stand etwas abseits, schwarze Jeans, grauer Hoodie unter einer Lederjacke, dunkle Locken, ein Silberring am Ohr. Nicht ganz E-Boy, nicht ganz Indie, nicht ganz irgendwas. Einfach sehr er.

Als er mich sah, hob er die Hand.

„Da ist er ja“, sagte er.

Ich blieb vor ihm stehen und versuchte, nicht zu offensichtlich nervös zu wirken.

„Ich wurde bedroht mit einem kostenlosen Drink.“

„Motivation ist wichtig.“

Sein Blick ging kurz über mein Outfit. Nicht mustern. Eher anerkennen.

„Sieht gut aus“, sagte er.

Ich zuckte mit den Schultern, als wäre das nichts. Innerlich speicherte mein Gehirn diesen Satz sofort in einem emotionalen Archiv.

„Danke“, sagte ich. „Du auch.“

Er grinste. „Ich habe mich nur angezogen. Du hast ein Konzept.“

„Mein Konzept heißt: zehn Minuten Panik und dann Schwarz.“

„Starkes Konzept.“

Wir gingen rein.

Der Club war klein, dunkel, warm und roch nach Nebelmaschine, Bier, Parfum und diesem seltsamen Staub, den nur Musiklocations haben. Die Bühne war niedrig, die Lichter violett und blau, und überall standen Menschen, die sich irgendwie zu schön, zu kaputt, zu kreativ oder zu schüchtern für den normalen Alltag anfühlten.

Ich liebte es sofort.

Und hatte trotzdem Angst.

Nicht vor der Musik. Nicht vor den Menschen. Eher vor mir selbst. Vor diesem Gefühl, dass ich jetzt wirklich da war. Nicht als Zuschauer durch einen Bildschirm. Nicht als heimlicher Fan. Nicht als jemand, der später zu Hause denkt: Vielleicht irgendwann.

Ich war dort.

In meinem Stil.

Mit einem Jungen, der mich aus dem Internet kannte und mich jetzt im echten Leben ansah.

Niko holte uns Getränke. Ich blieb an einer Wand stehen und tat so, als würde ich total entspannt die Poster betrachten. In Wahrheit beobachtete ich Menschen. Zwei Mädchen mit Plateauschuhen lachten über irgendwas auf einem Handy. Ein Typ mit pinken Haaren küsste kurz seinen Freund. Ein anderer stand allein da, schwarze Nägel, Kopfhörer um den Hals, Blick auf den Boden. Ich erkannte in jedem ein kleines Stück von dem, was ich früher gesucht hatte.

Niko kam zurück und reichte mir eine Cola.

„Du scannst den Raum wie ein NPC vor einer Quest.“

„Ich analysiere ästhetische Risiken.“

„Natürlich.“

Die erste Band begann zu spielen. Gitarren, Schlagzeug, ein Sänger mit viel zu viel Gefühl in der Stimme. Die Menge bewegte sich langsam, dann mehr. Ich stand erst steif da. Niko neben mir auch. Dann grinste er mich an.

„Du darfst dich bewegen.“

„Ich bin sehr cool. Coole Menschen bewegen sich kaum.“

„Das ist Quatsch.“

„Das ist Branding.“

Er lachte und stieß mich leicht mit der Schulter an.

Irgendwann vergaß ich, cool zu sein.

Das ist vielleicht das Beste, was auf einem Konzert passieren kann.

Ich sang Texte mit, die ich nur halb kannte. Bewegte mich, ohne darüber nachzudenken, ob es gut aussieht. Spürte Bass im Brustkorb, Licht im Gesicht, Wärme im Raum. Meine Haare klebten irgendwann ein bisschen an der Stirn, mein Eyeliner hielt hoffentlich, und ich war einfach da.

Nicht perfekt.

Nicht inszeniert.

Echt.

Nach dem zweiten Song beugte sich Niko zu mir rüber, damit ich ihn trotz Musik hören konnte.

„Du siehst glücklich aus.“

Ich drehte mich zu ihm.

„Ich glaube, ich bin es gerade.“

Er lächelte. Nicht frech. Nicht ironisch. Einfach weich.

Und für einen Moment war die Musik nicht mehr das Lauteste im Raum.

Nach dem Konzert gingen wir nach draußen. Die Luft war kalt, und ich merkte erst jetzt, wie warm mir gewesen war. Vor dem Club standen Leute, rauchten, redeten, lachten, machten Fotos. Irgendwo klapperte eine Flasche. Die Stadt war dunkel, aber nicht einsam.

Niko und ich liefen ein Stück durch die Straße, ohne direkt ein Ziel zu haben.

„Warst du schon oft auf solchen Konzerten?“, fragte er.

„Nicht so“, sagte ich. „Früher wollte ich, aber ich hatte immer das Gefühl, ich passe nicht rein.“

„Und heute?“

Ich sah auf meine Hände. Schwarzer Lack, ein bisschen abgesplittert an einem Nagel.

„Heute hatte ich eher das Gefühl, ich passe vielleicht doch irgendwo rein.“

Niko nickte langsam. „Das ist ein gutes Gefühl.“

„Ja.“

Wir gingen weiter. Unsere Schultern berührten sich manchmal fast. Ich bemerkte es jedes Mal, tat aber so, als wäre ich vollkommen normal. Spoiler: War ich nicht.

Vor einem kleinen Kiosk blieben wir stehen. Niko kaufte sich eine Flasche Wasser und fragte, ob ich noch etwas wolle. Ich schüttelte den Kopf. Dann setzten wir uns auf eine niedrige Mauer in der Nähe, beide noch mit dieser Nach-Konzert-Energie im Körper.

„Darf ich dich was fragen?“, sagte er.

„Kommt drauf an, ob es wieder eine Frage ist, die mich emotional zerlegt.“

„Vielleicht nur ein bisschen.“

„Na toll.“

Er sah nach vorne, nicht direkt zu mir. „Ist dein Style für dich eher Schutz oder Ausdruck?“

Ich atmete leise aus.

Natürlich stellte Niko solche Fragen.

Andere fragten: „Woher ist dein Shirt?“
Niko fragte direkt nach der seelischen Innenarchitektur.

Ich dachte eine Weile nach.

„Früher Schutz“, sagte ich. „Der Hoodie, die Haare im Gesicht, alles Schwarz. Das war wie Abstand. So konnte ich mich verstecken und gleichzeitig so tun, als wäre das Absicht.“

„Und jetzt?“

„Jetzt ist es mehr Ausdruck. Aber Schutz ist immer noch drin. Wenn ich gut aussehe, fühle ich mich weniger angreifbar.“

Niko nickte. „Verstehe ich.“

„Und bei dir?“

Er lachte leise. „Bei mir ist Humor Schutz. Und manchmal Jacken.“

„Jacken?“

„Ja. Gute Jacken lösen viele Probleme.“

„Tiefgründig.“

„Danke.“

Wir lachten beide, aber danach blieb eine angenehme Stille. Ich mochte, dass Niko nicht immer alles auffüllen musste. Mit ihm durfte ein Moment einfach stehen bleiben.

Dann sagte er: „Ich finde es cool, dass du geworden bist, wie du bist.“

Ich sah ihn an. „Das klingt, als wäre ich fertig.“

„Bist du nicht.“

„Gut.“

„Aber du wirkst wie jemand, der lange gebraucht hat, um sich selbst zu erlauben.“

Ich sah weg, weil das zu genau war.

„Vielleicht.“

„Ich meine das nicht traurig.“

„Ist es aber ein bisschen.“

„Ja“, sagte er. „Aber auch schön.“

Ich schluckte.

Manchmal hasse ich es, wenn Menschen mich verstehen. Es ist viel leichter, unverstanden geheimnisvoll zu bleiben. Aber Niko machte es schwer, sich hinter Coolness zu verstecken.

„Mit zwölf hätte ich nie gedacht, dass ich mal so rausgehe“, sagte ich. „So angezogen. Mit Make-up. Nägeln. Ketten. Auf ein Konzert. Mit jemandem, der mich wirklich so sieht.“

Niko sah mich an. „Und was würde der Zwölfjährige jetzt sagen?“

Ich musste kurz lächeln.

„Wahrscheinlich: Krass. Und dann würde er so tun, als wäre ihm das egal.“

„Klingt nach dir.“

„Leider ja.“

Niko lachte.

Dann wurde es wieder still.

Nicht unangenehm. Aber dichter.

Unsere Hände lagen auf der Mauer, gar nicht weit voneinander entfernt. Seine Finger bewegten sich leicht, als würde er überlegen. Ich sah hin, dann weg. Dann wieder hin. Mein Herz war plötzlich sehr wach.

Ich war kein Kind mehr. Kein Fünfzehnjähriger mit heimlichem Nagellack. Kein Siebzehnjähriger, der Eyeliner sofort wieder wegwischte. Ich war zweiundzwanzig, saß nachts nach einem Konzert neben einem Jungen, den ich mochte, und meine Hand lag wenige Zentimeter von seiner entfernt.

Und trotzdem fühlte sich dieser kleine Abstand riesig an.

Niko sah mich an.

„Ist es okay, wenn ich deine Hand nehme?“

Diese Frage traf mich fast mehr als die Berührung selbst.

Ich nickte.

Er nahm meine Hand langsam, ohne Eile. Seine Finger waren kalt von der Nachtluft, meine auch. Es war nicht dramatisch. Kein Feuerwerk, kein Filmkuss, keine Musik außer dem dumpfen Restbass, der noch irgendwo aus dem Club kam.

Aber es war echt.

Und vielleicht war echt besser.

Ich sah unsere Hände an. Schwarzer Nagellack, Silberringe, seine Finger zwischen meinen. Ich musste daran denken, wie ich mit fünfzehn diesen einen kleinen Finger lackiert hatte und dachte, die ganze Welt würde mich auslachen.

Jetzt hielt jemand genau diese Hand, als wäre sie nichts, wofür ich mich schämen müsste.

„Du bist still“, sagte Niko.

„Ich speichere gerade einen Moment.“

„Soll ich dramatisch schauen?“

„Bitte nicht. Sonst wird es peinlich.“

„Zu spät.“

Ich lachte und stieß ihn mit der Schulter an. Er ließ meine Hand nicht los.

Später brachte er mich zur Bahn. Wir liefen langsam, obwohl es kalt war. Ich glaube, keiner von uns wollte den Abend sofort beenden. An der Station standen wir unter grellem Licht, das jeden Versuch von mysteriöser E-Boy-Ästhetik gnadenlos zerstörte.

„Das Licht hier ist respektlos“, sagte ich.

Niko musterte mich gespielt ernst. „Du überlebst es. Immer noch sehr ästhetisch.“

„Danke, ich habe hart gelitten.“

„Das sieht man.“

Meine Bahn wurde angekündigt.

Natürlich.

Öffentliche Verkehrsmittel haben grundsätzlich kein Gespür für emotionale Entwicklung.

Niko sah mich an. „Schreibst du mir, wenn du zu Hause bist?“

„Ja.“

„Gut.“

Eine Sekunde lang dachte ich, vielleicht passiert noch mehr. Vielleicht eine Umarmung. Vielleicht ein Kuss. Vielleicht irgendetwas, das mein Herz komplett aus der Bahn wirft. Aber Niko nahm nur noch einmal kurz meine Hand, drückte sie leicht und sagte:

„Ich bin froh, dass du gekommen bist.“

Ich auch, wollte ich sagen.

Stattdessen sagte ich: „Ich auch.“

Manchmal reicht das.

Zu Hause stand ich später vor dem Spiegel. Mein Eyeliner war leicht verschmiert, meine Haare waren komplett chaotisch, ein Nagel hatte eine Macke, und mein Shirt roch nach Club, Rauch von anderen Leuten und Nachtluft.

Ich sah nicht perfekt aus.

Ich sah besser aus als perfekt.

Ich sah aus, als hätte ich etwas erlebt.

Ich machte ein Foto. Nicht zehn. Nicht fünfzig. Nur eins.

Und ich löschte es nicht.

Dann schrieb ich Niko:

„Bin zu Hause. Der Zwölfjährige in mir fand den Abend ziemlich krass.“

Seine Antwort kam schnell:

„Der Zweiundzwanzigjährige hoffentlich auch.“

Ich lächelte.

„Ja. Der auch.“

Ich legte das Handy weg, aber nur für ungefähr drei Sekunden, weil ich natürlich nochmal nachsehen musste, ob er vielleicht noch etwas schreibt. Tat er nicht. Und das war okay. Der Abend musste nicht sofort weitergehen. Er durfte einfach bleiben, wie er war.

Ein Konzert.

Eine Cola.

Ein Gespräch über Schutz und Ausdruck.

Eine Hand, die meine hielt.

Und dieses Gefühl, dass der Weg vom schwarzen Hoodie mit zwölf bis zu diesem Moment mit zweiundzwanzig nicht immer leicht war, aber irgendwie genau hierher geführt hat.

Vielleicht wird aus Niko mehr.

Vielleicht auch nicht.

Aber heute habe ich gemerkt: Ich bin nicht mehr nur der Junge, der online andere bewundert und sich fragt, ob er jemals so sein darf.

Ich bin der Junge geworden, den ich früher gebraucht hätte.

Nur eben mit besserem Eyeliner.

Und sehr viel mehr Ringen

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